Barrierefreies Bad: Kosten, Förderung & Tipps

Barrierefreies Bad: Kosten, Förderung & Tipps

Was kostet ein barrierefreies Bad? 8.000-25.000 € mit KfW-Förderung bis 6.250 €. Alle Infos zu Umbaumaßnahmen, Pflegekassen-Zuschuss und Fachbetrieben.

6 Min. Lesezeit
WORK5 Agent |

Was kostet ein barrierefreier Badumbau?

Ein barrierefreier Badumbau kostet zwischen 8.000 und 25.000 Euro. Der Preis hängt vom Umfang der Maßnahmen ab. Einzelne Haltegriffe starten bei 50 Euro. Eine bodengleiche Dusche kostet 3.000 bis 8.000 Euro. Förderungen von KfW oder Pflegekasse senken Ihre Eigenkosten deutlich.

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WORK5 Quick-Tipps: Barrierefreies Bad

  • Förderantrag zuerst: Immer vor Baubeginn beantragen – nachträglich gibt es kein Geld

  • Pflegegrad nutzen: Ab Pflegegrad 1 erhalten Sie bis zu 4.000 € von der Pflegekasse

  • Drei Angebote: Preisunterschiede von 30 % sind bei Sanitärarbeiten normal

  • Rutschhemmung prüfen: Fliesen mit R10 oder R11 für den Nassbereich wählen

  • WORK5-Tipp: Badumbau-Auftrag einstellen und passende Fachbetriebe finden

Was ist der Unterschied zwischen barrierefrei und rollstuhlgerecht?

Beide Begriffe klingen ähnlich. Sie bedeuten aber unterschiedliche Anforderungen. Die DIN 18040-2 definiert beide Standards für Wohnräume. Für Ihre Planung ist diese Unterscheidung wichtig.

Was bedeutet barrierefrei nach DIN-Norm?

Ein barrierefreies Bad ermöglicht selbstständiges Wohnen. Fremde Hilfe ist nicht nötig. Diese Mindestanforderungen gelten:

  • Bewegungsfläche: Mindestens 120 x 120 cm vor jedem Sanitärobjekt

  • Türbreite: Mindestens 80 cm lichte Durchgangsbreite

  • Dusche: Schwellenlos begehbar, mindestens 120 x 120 cm groß

  • Griffhöhe: Armaturen und Griffe zwischen 85 und 105 cm

Was bedeutet rollstuhlgerecht?

Rollstuhlgerechte Bäder erfüllen strengere Maße. Der Rollstuhl braucht mehr Platz zum Wenden:

  • Bewegungsfläche: Mindestens 150 x 150 cm für die Rollstuhlwende

  • Türbreite: Mindestens 90 cm lichter Durchgang

  • Unterfahrbare Waschtische: Kniefreiheit unter dem Waschbecken

  • Höhenverstellbare WC-Sitze: Anpassung an die Rollstuhlhöhe möglich

Profi-Tipp: Planen Sie vorausschauend! Wer heute barrierefrei umbaut, erweitert später einfach auf rollstuhlgerecht.

Welche Umbaumaßnahmen sind am wichtigsten?

Welche Anpassungen lohnen sich am meisten? Das hängt von Ihrer Situation ab. Diese Maßnahmen verbessern Sicherheit und Komfort am stärksten.

Warum ist die bodengleiche Dusche so wichtig?

Die bodengleiche Dusche ist die wichtigste Maßnahme. Sie ersetzt Badewanne oder hohe Duschtasse. Der Einstieg erfolgt stufenlos auf Bodenniveau. Das minimiert die Sturzgefahr erheblich.

Für den Einbau arbeiten Sanitär-Fachbetriebe mit Fliesenlegern zusammen. Die Entwässerung wird in den Estrich eingelassen. Ein leichtes Gefälle führt Wasser zur Rinne.

Kosten: 3.000 bis 8.000 Euro je nach Größe

Wo sollten Haltegriffe montiert werden?

Strategisch platzierte Griffe geben Sicherheit. Sie helfen beim Aufstehen und Hinsetzen. Wichtige Positionen:

  • Neben der Toilette – am besten beidseitig

  • Im Duschbereich – horizontal und vertikal

  • Neben dem Waschbecken

  • An der Badewanne, falls vorhanden

Professionelle Montage ist wichtig. Die Griffe müssen 100 kg Belastung tragen. Sie werden in tragfähige Wände geschraubt.

Kosten: 50 bis 200 Euro pro Griff inklusive Montage

Welche Fliesen sind rutschfest genug?

Glatte Fliesen werden bei Nässe gefährlich. Rutschhemmende Fliesen bieten mehr Sicherheit. Die Bewertung erfolgt nach DIN 51130:

  • R9: Geringer Haftreibwert – nur für trockene Bereiche

  • R10: Normaler Haftreibwert – Minimum für Bäder

  • R11: Erhöhter Haftreibwert – ideal für Nassbereiche

  • R12/R13: Sehr hoher Haftreibwert – für gewerbliche Duschen

Kosten: 40 bis 80 Euro pro Quadratmeter inklusive Verlegung

Wie hoch sollte die Toilette sein?

Standard-WCs haben eine Sitzhöhe von etwa 40 cm. Das Aufstehen fällt vielen schwer. Erhöhte Toiletten mit 46 bis 48 cm erleichtern den Alltag. Alternativ gibt es Sitzerhöhungen zum Nachrüsten.

Kosten: 300 bis 600 Euro für erhöhtes WC, 30 bis 150 Euro für Sitzerhöhung

Was macht einen Waschtisch barrierefrei?

Ein unterfahrbarer Waschtisch ermöglicht Nutzung im Sitzen. Der Siphon wird flach oder seitlich geführt. Die Armatur sollte einen langen Hebel haben. Einhebelmischer sind ideal.

Kosten: 400 bis 1.500 Euro je nach Modell

Was kosten typische Umbaumaßnahmen?

Die Gesamtkosten variieren stark. Hier eine realistische Übersicht:

Maßnahme

Kosten

Dauer

Haltegriffe montieren (4-6 Stück)

300 – 800 €

1 Tag

Toilettensitzerhöhung

30 – 150 €

sofort

Erhöhtes WC einbauen

500 – 1.200 €

1 Tag

Bodengleiche Dusche

2.500 – 5.000 €

2-3 Tage

Komplettumbau kleines Bad (~6 m²)

8.000 – 15.000 €

1-2 Wochen

Komplettumbau großes Bad (~10 m²)

15.000 – 25.000 €

2-3 Wochen

Wichtig: Holen Sie mindestens drei Angebote ein! Preisunterschiede von 20 bis 30 Prozent sind normal.

Welche Förderungen gibt es für den barrierefreien Badumbau?

Verschiedene Programme unterstützen den altersgerechten Umbau. Prüfen Sie alle Optionen vor Baubeginn.

Wie funktioniert die KfW-Förderung?

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau fördert Barrierereduzierung. Das Programm 455-B bietet Zuschüsse für Einzelmaßnahmen und Komplettsanierungen.

Förderhöhe:

  • Einzelmaßnahmen: bis zu 10 % der Kosten, maximal 2.500 €

  • Standard „Altersgerechtes Haus": bis zu 12,5 %, maximal 6.250 €

Voraussetzungen:

  • Antrag vor Baubeginn stellen

  • Fachunternehmen beauftragen

  • Technische Mindestanforderungen erfüllen

Wann zahlt die Pflegekasse einen Zuschuss?

Bei anerkanntem Pflegegrad (1-5) zahlt die Pflegekasse bis zu 4.000 Euro. Leben mehrere Pflegebedürftige im Haushalt, steigt der Zuschuss auf 16.000 Euro.

So beantragen Sie den Zuschuss:

  1. Antrag bei der Pflegekasse einreichen – formlos möglich

  2. Kostenvoranschlag beifügen

  3. Auf Genehmigung warten – erst dann beauftragen

  4. Rechnung nach Abschluss einreichen

Welche weiteren Förderungen gibt es?

Je nach Bundesland und Situation gibt es zusätzliche Optionen:

  • Landesförderprogramme: Bayern, NRW und andere Länder bieten eigene Zuschüsse

  • Kommunale Förderung: Manche Städte unterstützen lokal

  • Berufsgenossenschaften: Bei Arbeitsunfall oder Berufskrankheit

  • Eingliederungshilfe: Bei anerkannter Behinderung über das Sozialamt

Wie läuft der Umbau Schritt für Schritt ab?

Ein strukturiertes Vorgehen spart Zeit und Nerven. Folgen Sie diesem Ablauf:

1. Bedarf analysieren

Analysieren Sie Ihre aktuelle Situation. Welche Einschränkungen bestehen heute? Welche sind absehbar? Pflegestützpunkte und Wohnberatungsstellen beraten kostenlos.

2. Förderungen beantragen

Klären Sie alle Fördermöglichkeiten vor dem Start. Die meisten Programme erfordern einen Antrag vor Baubeginn. Nachträgliche Anträge werden meist abgelehnt.

3. Fachbetriebe anfragen

Holen Sie mindestens drei Angebote ein. Achten Sie auf Erfahrung mit barrierefreiem Umbau. Fachbetriebe für Bauen und Renovieren finden Sie bei WORK5.

4. Angebote vergleichen

Vergleichen Sie nicht nur den Preis. Qualifikation, Referenzen und Terminzusagen zählen auch. Vereinbaren Sie einen verbindlichen Zeitplan.

5. Umbau abnehmen

Prüfen Sie die Arbeiten regelmäßig. Kontrollieren Sie alle Leistungen bei der Abnahme. Dokumentieren Sie Mängel schriftlich.

Welche Fehler sollten Sie vermeiden?

Diese Fehler passieren häufig beim barrierefreien Badumbau:

  • Zu späte Förderanträge: Immer vor Baubeginn beantragen

  • Falsche Bodenneigung: Zu wenig Gefälle führt zu stehendem Wasser

  • Ungeeignete Materialien: Nicht jede schöne Fliese ist rutschfest

  • Zu kleine Bewegungsflächen: Später lässt sich Platz kaum gewinnen

  • Fehlende Tragfähigkeit: Haltegriffe brauchen stabile Verankerung

  • Nur ein Angebot: Drei Kostenvoranschläge sind Minimum

Häufige Fragen zum barrierefreien Badumbau

Muss ich als Vermieter den Mieter informieren?

Ja, Sie müssen den Mieter über geplante Modernisierungen informieren. Der Mieter hat ein Duldungsrecht bei Verbesserungen. Sprechen Sie frühzeitig miteinander.

Kann ich als Mieter ein barrierefreies Bad verlangen?

Mieter haben Anspruch auf Zustimmung zu Barrierefreiheits-Maßnahmen. Der Vermieter muss zustimmen, wenn Sie die Kosten tragen. Eine Rückbaupflicht kann vereinbart werden.

Wie lange dauert ein kompletter Badumbau?

Ein Standard-Badumbau dauert ein bis zwei Wochen. Bei Estricharbeiten rechnen Sie mit zwei bis drei Wochen. Trocknungszeiten müssen Sie einplanen.

Welche Handwerker brauche ich?

Je nach Umfang sind mehrere Fachleute nötig: Sanitärinstallateur für Leitungen, Fliesenleger für Wände und Boden. Eventuell auch Elektriker und Trockenbauer.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kosten: 8.000 bis 25.000 Euro für einen Komplettumbau

  • KfW-Förderung: Bis zu 6.250 Euro Zuschuss möglich

  • Pflegekasse: Bis zu 4.000 Euro pro Maßnahme bei Pflegegrad

  • Wichtigste Maßnahme: Bodengleiche Dusche minimiert Sturzgefahr

  • Zeitfaktor: Förderanträge immer vor Baubeginn stellen

  • Fachbetriebe: Mindestens drei Angebote vergleichen

Jetzt Badumbau-Auftrag kostenlos einstellen und passende Fachbetriebe in Ihrer Region finden.

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