Wasserversorgung im Garten: Regenwasser sammeln und nutzen

Wasserversorgung im Garten: Regenwasser sammeln und nutzen

Eigene Gartenbewässerung aufbauen: Regenwassertanks, Zisternen, Brunnen und nachhaltige Lösungen. Tipps zu Planung, Installation und Hygiene für Hausbesitzer.

8 Min. Lesezeit
WORK5 Agent |

Schnellantwort: Welche Möglichkeiten gibt es für die Gartenbewässerung?

Für die eigene Wasserversorgung im Garten stehen drei Hauptoptionen zur Verfügung: Regenwassertanks, unterirdische Zisternen und Gartenbrunnen. Regenwassertanks kosten zwischen 100 und 2.000 Euro. Sie lassen sich meist ohne Genehmigung installieren. Unterirdische Zisternen bieten größere Kapazitäten von 3.000 bis 10.000 Litern.

Fachbetriebe für Regenwassernutzung finden

WORK5 Quick-Tipps: Gartenbewässerung

  • Bedarfsrechnung: Rechnen Sie mit 20-30 Litern Wasser pro Quadratmeter Gartenfläche und Woche im Sommer
  • Dachfläche nutzen: Ein 100 m² Dach liefert bei 800 mm Jahresniederschlag etwa 64.000 Liter Wasser
  • Frostschutz: Oberirdische Tanks müssen im Winter entleert werden – oder frostfrei aufgestellt sein
  • Wasserqualität: Regenwasser eignet sich nicht als Trinkwasser – nur für Gartenbewässerung verwenden
  • Förderung prüfen: Viele Kommunen bezuschussen Regenwasseranlagen mit 500-1.500 Euro

Warum eine eigene Wasserversorgung im Garten sinnvoll ist

Trinkwasser wird immer teurer. Die Kosten für Leitungswasser liegen in Deutschland bei durchschnittlich 2 Euro pro Kubikmeter. Dazu kommen Abwassergebühren in ähnlicher Höhe. Bei einem mittelgroßen Garten summiert sich das schnell auf mehrere hundert Euro pro Jahr.

Eine eigene Wasserversorgung amortisiert sich daher oft innerhalb weniger Jahre. Regenwasser ist kostenlos und fällt ohnehin auf Ihr Grundstück. Zudem schonen Sie wertvolle Trinkwasserressourcen. Viele Pflanzen vertragen weiches Regenwasser sogar besser als kalkhaltiges Leitungswasser.

Vorteile der eigenen Gartenbewässerung im Überblick

  • Kostenersparnis: Bis zu 50% weniger Wasserkosten für die Gartenbewässerung
  • Unabhängigkeit: Bei Trockenperioden und Wasserknappheit autark bewässern
  • Pflanzengesundheit: Kalkfreies Regenwasser ist ideal für empfindliche Pflanzen
  • Umweltschutz: Schonung der Trinkwasserressourcen und Grundwasserspeicher
  • Versickerung: Entlastung der Kanalisation bei Starkregen

Welche Systeme zur Wasserspeicherung gibt es?

Je nach Platzverhältnissen, Budget und Wasserbedarf kommen unterschiedliche Lösungen infrage. Die drei Hauptoptionen sind oberirdische Tanks, unterirdische Zisternen und Gartenbrunnen.

Oberirdische Regenwassertanks

Regentonnen und Tanks sind die einfachste Lösung. Sie werden direkt am Fallrohr der Dachrinne angeschlossen. Die Kapazität reicht von 200 Litern bei klassischen Regentonnen bis zu 2.000 Litern bei großen Kunststofftanks.

Die Installation gelingt meist ohne Fachkenntnisse. Ein Regensammler am Fallrohr leitet das Wasser automatisch in den Tank. Kosten für ein einfaches System liegen bei 100 bis 500 Euro.

Vorteile: Günstig, einfache Installation, keine Erdarbeiten nötig

Nachteile: Begrenzte Kapazität, Frostgefahr im Winter, sichtbar im Garten

Unterirdische Zisternen

Zisternen werden im Erdreich vergraben und bieten deutlich mehr Speichervolumen. Übliche Größen liegen zwischen 3.000 und 10.000 Litern. Das Wasser bleibt durch die Erdtemperatur kühl und algenfrei.

Die Installation erfordert professionelle Erdarbeiten. Ein Tiefbau-Fachbetrieb hebt die Grube aus und setzt den Tank fachgerecht ein. Die Kosten für eine komplette Anlage liegen zwischen 2.500 und 8.000 Euro.

Vorteile: Große Kapazität, frostsicher, platzsparend, lange Lebensdauer

Nachteile: Höhere Anschaffungskosten, Erdarbeiten erforderlich, Pumpe nötig

Gartenbrunnen und Grundwasser

Ein eigener Brunnen zapft das Grundwasser an. Je nach Grundwasserstand reicht ein Rammbrunnen oder es ist eine Tiefenbohrung erforderlich. Brunnen liefern theoretisch unbegrenzt Wasser.

Allerdings benötigen Sie in den meisten Bundesländern eine wasserrechtliche Genehmigung. Brunnenbau-Experten prüfen die Machbarkeit und übernehmen Bohrung sowie Installation.

Vorteile: Unbegrenzte Wassermenge, unabhängig von Niederschlägen

Nachteile: Genehmigungspflichtig, hohe Installationskosten, Stromkosten für Pumpe

So planen Sie Ihre Gartenbewässerung richtig

Vor der Anschaffung sollten Sie Ihren tatsächlichen Wasserbedarf ermitteln. Nur so dimensionieren Sie das System passend.

Wasserbedarf berechnen

Ein durchschnittlicher Garten benötigt in der Hauptsaison etwa 20 bis 30 Liter Wasser pro Quadratmeter und Woche. Bei 200 m² Rasenfläche entspricht das 4.000 bis 6.000 Litern wöchentlich.

Beachten Sie folgende Faktoren bei der Berechnung:

  • Gartengröße: Rasenflächen, Beete, Hecken einzeln kalkulieren
  • Pflanzenarten: Gemüse und Rasen brauchen mehr Wasser als Gehölze
  • Bodenbeschaffenheit: Sandige Böden trocknen schneller aus als lehmige
  • Niederschlagsmenge: Regionale Unterschiede berücksichtigen
  • Trockenperioden: Puffer für längere Hitzeperioden einplanen

Die richtige Tankgröße wählen

Als Faustregel gilt: Der Tank sollte mindestens den Wasserbedarf für zwei bis drei Wochen Trockenheit abdecken. Bei 5.000 Litern Wochenbedarf empfiehlt sich eine Zisterne mit 10.000 bis 15.000 Litern Fassungsvermögen.

Gleichzeitig muss die Dachfläche genügend Wasser liefern. Rechnen Sie mit etwa 80% Ertrag: Ein 100 m² Dach bei 800 mm Jahresniederschlag liefert rund 64.000 Liter. Das reicht für einen mittelgroßen Garten.

Gesundheit und Hygiene bei der Regenwassernutzung

Regenwasser ist nicht keimfrei. Mit den richtigen Maßnahmen nutzen Sie es dennoch sicher für die Gartenbewässerung.

Was bei der Installation zu beachten ist

Ein Feinfilter am Zulauf hält Laub, Insekten und groben Schmutz zurück. Der Filter sollte regelmäßig gereinigt werden. Besser sind selbstreinigende Filtersammler, die Schmutz automatisch in die Kanalisation ableiten.

Der Tank benötigt einen beruhigten Zulauf. Das Wasser sollte nicht auf die Oberfläche platschen, sondern unterhalb des Wasserspiegels eingeleitet werden. So wird Sediment am Boden nicht aufgewirbelt.

Ein Überlauf verhindert, dass der Tank bei Starkregen überläuft. Idealerweise führt dieser zur Versickerung oder in den Kanal.

Wichtige Hygiene-Regeln

  1. Kein Trinkwasser: Regenwasser niemals zum Trinken, Kochen oder Duschen verwenden
  2. Getrennte Systeme: Regenwasser- und Trinkwasserleitungen strikt voneinander trennen
  3. Dunkelheit: Lichteinfall fördert Algenwachstum – Tank abdunkeln
  4. Kühlung: Unterirdische Tanks bleiben automatisch kühl, oberirdische beschatten
  5. Regelmäßige Kontrolle: Mindestens einmal jährlich Tank reinigen und Sediment entfernen

Bei fachgerechter Installation und regelmäßiger Wartung ist Regenwasser für die Gartenbewässerung unbedenklich. Für weitergehende Aufbereitung kontaktieren Sie spezialisierte Fachbetriebe.

Nachhaltige Erweiterungsmöglichkeiten

Eine Basisanlage lässt sich später erweitern. So optimieren Sie Ihre Wasserversorgung schrittweise.

Automatische Bewässerung

Tropfschläuche und Sprinkleranlagen sparen Zeit und Wasser. Eine Zeitschaltuhr steuert die Bewässerung in den frühen Morgenstunden. Dann verdunstet am wenigsten Wasser.

Smarte Systeme messen die Bodenfeuchte und bewässern nur bei Bedarf. Die Investition rechnet sich durch geringeren Wasserverbrauch und gesündere Pflanzen.

Kombination verschiedener Quellen

Viele Hausbesitzer kombinieren Regenwassertank und Brunnen. Der Tank deckt den Normalbedarf. Bei längerer Trockenheit springt der Brunnen ein. So bleiben Sie in jeder Situation versorgt.

Eine weitere Option ist die Grauwassernutzung. Dabei wird leicht verschmutztes Wasser aus Dusche oder Waschmaschine gefiltert und zur Gartenbewässerung genutzt. Diese Systeme erfordern allerdings professionelle Planung.

Was kostet eine Gartenbewässerung?

Die Kosten variieren stark je nach System und Größe. Hier ein Überblick typischer Preisspannen:

  • Regentonne (200-500 l): 50-150 Euro
  • Oberirdischer Tank (1.000-2.000 l): 200-800 Euro
  • Unterirdische Zisterne (3.000 l): 1.500-3.000 Euro inkl. Installation
  • Unterirdische Zisterne (6.000-10.000 l): 3.000-8.000 Euro inkl. Installation
  • Gartenbrunnen (Rammbrunnen): 500-2.000 Euro
  • Gartenbrunnen (Tiefbohrung): 3.000-10.000 Euro

Hinzu kommen Kosten für Pumpe, Leitungen und Anschlüsse. Eine Tauchpumpe für die Zisterne kostet 100 bis 300 Euro. Professionelle Hauswasserwerke mit Druckbehälter liegen bei 300 bis 600 Euro.

Wann sollten Sie einen Fachbetrieb beauftragen?

Eine einfache Regentonne installieren die meisten Hausbesitzer selbst. Bei größeren Projekten lohnt sich professionelle Unterstützung.

Beauftragen Sie einen Fachbetrieb wenn:

  • Erdarbeiten für unterirdische Tanks nötig sind
  • Eine Brunnenbohrung geplant ist
  • Die Anlage ans Hauswassernetz angeschlossen werden soll
  • Sie kommunale Fördergelder beantragen möchten
  • Komplexe Bewässerungssysteme installiert werden sollen

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Häufige Fragen zur Gartenbewässerung

Brauche ich eine Genehmigung für einen Regenwassertank?

Oberirdische Tanks und kleinere Zisternen sind in der Regel genehmigungsfrei. Bei großen unterirdischen Anlagen oder Anschluss ans Hausnetz informieren Sie sich bei Ihrer Kommune. Brunnen sind fast immer genehmigungspflichtig.

Wie lange hält ein Regenwassertank?

Hochwertige Kunststofftanks halten 25 bis 50 Jahre. Betontanks und Zisternen sind noch langlebiger. Entscheidend ist die richtige Materialwahl und fachgerechte Installation.

Kann ich Regenwasser auch für Toilettenspülung nutzen?

Ja, das ist technisch möglich und spart zusätzlich Trinkwasser. Allerdings benötigen Sie ein getrenntes Leitungsnetz mit Kennzeichnung. Die Installation muss den Vorgaben der DIN 1989 entsprechen.

Was mache ich bei langen Trockenperioden?

Planen Sie ausreichend Tankvolumen ein. Alternativ können Sie bei Bedarf Trinkwasser nachfüllen. Eine Kombination aus Zisterne und Brunnen bietet maximale Sicherheit.

Das Wichtigste in Kürze

Eine eigene Wasserversorgung im Garten spart Kosten und schont Ressourcen. Für kleine Gärten reichen Regentonnen. Größere Grundstücke profitieren von unterirdischen Zisternen oder einem Brunnen.

Achten Sie bei der Installation auf Filterung, beruhigten Zulauf und regelmäßige Wartung. So nutzen Sie Regenwasser hygienisch unbedenklich. Bei größeren Projekten oder Brunnenbohrungen empfiehlt sich die Beauftragung von Fachbetrieben für Regenwassernutzung.

Die Investition amortisiert sich meist innerhalb weniger Jahre. Prüfen Sie vorab mögliche Förderungen Ihrer Kommune – viele Städte bezuschussen nachhaltige Regenwasseranlagen.

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