Stromspeicher Kosten: Preise, Wirtschaftlichkeit und Spartipps

Stromspeicher Kosten: Preise, Wirtschaftlichkeit und Spartipps

Was kostet ein Stromspeicher für Photovoltaik? Aktuelle Preise von 400-800€ pro kWh, Amortisation und Tipps zur richtigen Speichergröße für Ihr Eigenheim.

6 Min. Lesezeit
WORK5 Agent |

Schnellantwort: Was kostet ein Stromspeicher?

Ein Stromspeicher für Photovoltaik kostet zwischen 400 und 800 Euro pro Kilowattstunde. Bei einem typischen 10-kWh-Heimspeicher liegen die Gesamtkosten zwischen 4.000 und 8.000 Euro. Die Preise sind seit 2023 um über 50 Prozent gefallen. Mit steigenden Strompreisen und sinkender Einspeisevergütung rechnet sich die Investition meist innerhalb von 10 bis 13 Jahren.

WORK5 Quick-Tipps: Stromspeicher

  • Richtige Größe wählen: Als Faustregel gilt 1 bis 1,5 kWh Speicherkapazität pro kWp installierter PV-Leistung
  • Preis pro kWh vergleichen: Nicht über 500 Euro pro kWh zahlen – günstiger ist möglich
  • Ladezyklen beachten: Hochwertige Speicher schaffen 6.000 bis 10.000 Vollzyklen über die Lebensdauer
  • Gesamtkosten rechnen: Installation und Zubehör kosten zusätzlich 900 bis 2.000 Euro
  • Experten beauftragen: Finden Sie qualifizierte Solarinstallateure für fachgerechte Montage und Inbetriebnahme

Aktuelle Preise nach Speicherkapazität

Die Kosten für Batteriespeicher variieren stark je nach Größe und Hersteller. Größere Speicher sind pro Kilowattstunde günstiger als kleine Modelle. Dies liegt an Skaleneffekten bei Produktion und Installation.

Preisübersicht nach Speichergröße

Speicherkapazität Preis pro kWh Gesamtpreis
5 kWh 550 - 800 € 2.750 - 4.000 €
8 kWh 450 - 700 € 3.600 - 5.600 €
10 kWh 400 - 650 € 4.000 - 6.500 €
15 kWh 350 - 500 € 5.250 - 7.500 €

Für ein Einfamilienhaus mit einer 8- bis 10-kWp-Photovoltaikanlage empfehlen sich Speicher zwischen 8 und 12 kWh. Diese Größe deckt den abendlichen Strombedarf ab und maximiert den Eigenverbrauch.

Welche Faktoren bestimmen den Preis?

Der Endpreis eines Stromspeichers setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen. Neben der reinen Hardware fallen Kosten für Installation und Zubehör an.

Speichertechnologie

Lithium-Ionen-Batterien dominieren den Markt für Heimspeicher. Sie bieten den besten Kompromiss aus Leistung, Lebensdauer und Preis. Innerhalb dieser Kategorie unterscheiden sich die Zellchemien:

  • Lithium-Eisenphosphat (LFP): Besonders langlebig und sicher, mittlerweile Standard bei Heimspeichern
  • Nickel-Mangan-Kobalt (NMC): Höhere Energiedichte, aber etwas teurer in der Anschaffung

Installationskosten

Die fachgerechte Montage durch einen zertifizierten Elektrofachbetrieb kostet zwischen 900 und 2.500 Euro. Der Aufwand hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab. Bei einer Nachrüstung sind die Kosten oft höher als bei einer Neuinstallation zusammen mit der PV-Anlage.

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Zusätzliche Komponenten

Je nach Systemtyp benötigen Sie weitere Bauteile. DC-gekoppelte Speicher nutzen einen gemeinsamen Wechselrichter mit der PV-Anlage. AC-gekoppelte Systeme benötigen einen eigenen Batterie-Wechselrichter.

Lohnt sich ein Stromspeicher finanziell?

Die Wirtschaftlichkeit eines Batteriespeichers hängt von mehreren Faktoren ab. Der wichtigste ist die Differenz zwischen Strompreis und Einspeisevergütung.

Rechenbeispiel für einen Durchschnittshaushalt

Ein Einfamilienhaus mit 4.500 kWh Jahresverbrauch und einer 8-kWp-Anlage erreicht ohne Speicher etwa 30 bis 35 Prozent Eigenverbrauch. Mit einem 10-kWh-Speicher steigt dieser Wert auf 70 bis 80 Prozent.

Bei einem Netzstrompreis von 35 Cent pro kWh spart jede selbst genutzte Kilowattstunde etwa 27 Cent. Denn die Einspeisevergütung liegt nur noch bei unter 8 Cent. Bei 2.000 kWh zusätzlichem Eigenverbrauch durch den Speicher ergibt das eine jährliche Ersparnis von rund 540 Euro.

Amortisationszeit berechnen

Ein 10-kWh-Speicher für 5.500 Euro amortisiert sich bei dieser Ersparnis nach etwa 10 Jahren. Die meisten hochwertigen Speicher halten 15 bis 20 Jahre. Danach profitieren Sie noch viele Jahre von kostenlosem Solarstrom.

Welche Speicherarten gibt es?

Für Privatanwender kommen verschiedene Technologien in Frage. Jede hat ihre spezifischen Vor- und Nachteile.

Lithium-Ionen-Speicher

Diese Technologie hat sich als Standard für Heimspeicher etabliert. Die Vorteile überwiegen deutlich:

  • Hoher Wirkungsgrad von 90 bis 98 Prozent
  • Entladetiefe von fast 100 Prozent nutzbar
  • Bis zu 10.000 Ladezyklen möglich
  • Kompakte Bauweise und geringes Gewicht

Redox-Flow-Batterien

Diese Speicherart nutzt flüssige Elektrolyte und eignet sich besonders für große Kapazitäten. Sie sind nahezu unbegrenzt oft aufladbar, aber teurer und größer als Lithium-Speicher.

AC- oder DC-Kopplung?

Bei der Installation gibt es zwei grundsätzliche Konzepte. DC-gekoppelte Systeme sind effizienter, da weniger Umwandlungsverluste entstehen. Sie eignen sich ideal für Neuinstallationen. AC-gekoppelte Speicher lassen sich einfacher nachrüsten, haben aber einen etwas geringeren Gesamtwirkungsgrad.

Die richtige Speichergröße finden

Ein zu kleiner Speicher verschenkt Potenzial. Ein zu großer kostet unnötig viel Geld. Die optimale Größe hängt von Ihrem individuellen Verbrauchsverhalten ab.

Wichtige Faktoren für die Dimensionierung

  • Jahresstromverbrauch: Die Basis für alle Berechnungen
  • Verbrauchsprofil: Wann wird wie viel Strom benötigt?
  • PV-Anlagengröße: Wie viel Überschuss fällt tagsüber an?
  • Dachausrichtung: Süd liefert mehr Mittagsspitzen als Ost-West

Faustregeln zur Speicherdimensionierung

Als Orientierung gilt: Die Speicherkapazität sollte etwa dem 1- bis 1,5-fachen der PV-Leistung in kWp entsprechen. Bei einer 8-kWp-Anlage sind also 8 bis 12 kWh sinnvoll. Außerdem sollte der Speicher etwa ein Drittel des täglichen Stromverbrauchs abdecken können.

Förderung und Finanzierung

Seit Januar 2023 sind Stromspeicher beim Kauf zusammen mit einer PV-Anlage von der Mehrwertsteuer befreit. Das entspricht einer Ersparnis von fast 20 Prozent.

Aktuelle Fördermöglichkeiten

Eine bundesweite Förderung mit direkten Zuschüssen gibt es derzeit nicht. Die KfW bietet aber zinsgünstige Darlehen über das Programm 270. Einzelne Städte und Kommunen haben eigene Förderprogramme mit Zuschüssen von bis zu 300 Euro pro kWh Speicherkapazität.

Informieren Sie sich vor der Anschaffung bei Ihrer Kommune über lokale Fördermöglichkeiten. Die Bedingungen und Höhen variieren stark je nach Region.

Häufige Fragen zu Stromspeicher-Kosten

Wie lange hält ein Stromspeicher?

Hochwertige Lithium-Ionen-Speicher halten 15 bis 20 Jahre. Die meisten Hersteller geben 10 Jahre Garantie mit mindestens 70 Prozent verbleibender Kapazität. Die tatsächliche Lebensdauer hängt von der Nutzungsintensität ab.

Kann ich einen Speicher nachrüsten?

Ja, eine Nachrüstung ist bei jeder bestehenden PV-Anlage möglich. AC-gekoppelte Systeme sind dabei einfacher zu installieren. Die Kosten für die Nachrüstung liegen etwa 15 Prozent höher als bei einer gemeinsamen Installation.

Welcher Speicher passt zu meiner Wärmepumpe?

Bei der Kombination von PV-Anlage, Speicher und Wärmepumpe lässt sich der Eigenverbrauch auf bis zu 90 Prozent steigern. Der Speicher sollte dann entsprechend größer dimensioniert werden, um den erhöhten Strombedarf der Wärmepumpe abzudecken.

Sind gebrauchte Speicher eine Alternative?

Von gebrauchten Heimspeichern ist generell abzuraten. Die verbleibende Kapazität und Lebensdauer sind schwer einzuschätzen. Zudem entfällt meist die Herstellergarantie.

Fazit: Für wen lohnt sich der Kauf?

Ein Stromspeicher rechnet sich besonders für Haushalte mit hohem Stromverbrauch in den Abendstunden. Die gesunkenen Preise und der große Unterschied zwischen Stromkosten und Einspeisevergütung machen die Investition heute wirtschaftlich attraktiver denn je.

Vor der Anschaffung sollten Sie mehrere Angebote vergleichen und die Speichergröße an Ihren tatsächlichen Bedarf anpassen. Ein Fachbetrieb kann die optimale Konfiguration für Ihre Situation berechnen.

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