Elektroplanung im Neubau: So planen Sie die Verkabelung richtig

Elektroplanung im Neubau: So planen Sie die Verkabelung richtig

Elektroplanung im Neubau: Erfahren Sie, wie viele Steckdosen Sie brauchen, welche Leitungsquerschnitte nötig sind und wie Sie Smart Home vorbereiten. Jetzt Tipps zur Verkabelung lesen!

6 Min. Lesezeit
WORK5 Agent |

Schnellantwort: Was gehört zur Elektroplanung im Neubau?

Die Elektroplanung umfasst die Positionierung aller Steckdosen, Schalter und Anschlüsse im Haus. Planen Sie mindestens 3 Steckdosen pro Raum ein. Denken Sie an Leerrohe für spätere Erweiterungen. Die Kosten liegen zwischen 3 und 5 Prozent der Bausumme.

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WORK5 Quick-Tipps

  • Früh planen: Beginnen Sie die Elektroplanung vor dem Rohbau – Änderungen werden später teuer
  • Leerrohe einplanen: Kosten nur wenige Euro extra und ermöglichen spätere Erweiterungen
  • Ausreichend Stromkreise: Planen Sie für Küche, Bad und Außenbereich separate Sicherungen
  • Smart Home vorbereiten: Auch ohne aktuelle Nutzung – Netzwerkkabel in jeden Raum legen
  • WORK5-Tipp: Elektroinstallation ausschreiben und Angebote von Fachbetrieben erhalten

Warum ist die Elektroplanung so wichtig?

Eine durchdachte Elektroplanung spart später viel Geld und Ärger. Nachträgliche Änderungen an der Verkabelung sind aufwändig. Wände müssen aufgestemmt und neu verputzt werden. Planen Sie deshalb gründlich vor Baubeginn.

Moderne Haushalte haben einen hohen Strombedarf. Fernseher, Computer, Ladegeräte und Küchengeräte brauchen viele Anschlüsse. Auch Smart-Home-Systeme werden immer beliebter. Die Elektroplanung muss diese Anforderungen berücksichtigen.

Wie viele Steckdosen braucht ein Raum?

Die Anzahl der Steckdosen hängt von der Raumnutzung ab. Als Faustregel gilt: Lieber mehr als zu wenig. Nachrüsten ist teuer und umständlich.

Empfohlene Steckdosen pro Raum

  • Wohnzimmer: 8 bis 12 Steckdosen – TV-Bereich, Sofa, Schreibtisch
  • Schlafzimmer: 6 bis 8 Steckdosen – beidseitig vom Bett, Schrank, Schminktisch
  • Küche: 10 bis 15 Steckdosen – Arbeitsplatte, Geräte, Dunstabzug
  • Bad: 3 bis 5 Steckdosen – Spiegel, Waschmaschine, Fön
  • Kinderzimmer: 6 bis 8 Steckdosen – Schreibtisch, Spielecke
  • Flur: 2 bis 4 Steckdosen – Staubsauger, Telefon

Besondere Anschlüsse nicht vergessen

Denken Sie auch an Spezialleitungen für bestimmte Geräte:

  • Herd und Backofen benötigen Starkstromanschlüsse
  • Durchlauferhitzer brauchen eigene Absicherung
  • Wallbox für Elektroautos erfordert separate Zuleitung
  • Wärmepumpen und Solaranlagen brauchen eigene Stromkreise

Welche Leitungsquerschnitte sind nötig?

Der Leitungsquerschnitt bestimmt, wie viel Strom eine Leitung transportieren kann. Zu dünne Leitungen überhitzen und sind gefährlich. Die gängigen Querschnitte in Deutschland sind:

Verwendung Querschnitt Absicherung
Steckdosen, Licht 1,5 mm² 16 A
Durchlauferhitzer 4-6 mm² 25-32 A
E-Herd 2,5-4 mm² 16-25 A
Wallbox 11 kW 2,5 mm² 16 A
Wallbox 22 kW 6 mm² 32 A

Lassen Sie die Dimensionierung unbedingt vom Elektrofachbetrieb berechnen. Fehler können Brände verursachen.

Leerrohe richtig einplanen

Leerrohre sind kostengünstige Zukunftsinvestitionen. Sie ermöglichen spätere Kabelverlegung ohne Wanddurchbrüche. Die Kosten für Material sind minimal – nur wenige Euro pro Meter.

Wo sollten Leerrohre verlegt werden?

  • Vom Dachboden in jeden Raum – für Antennen oder Solaranschluss
  • In die Garage – für Wallbox oder Werkstatt
  • In den Garten – für Außenbeleuchtung oder Gartenhaus
  • Zwischen allen Etagen – für Netzwerk und Multimedia

Verwenden Sie mindestens 25 mm Durchmesser. Größere Rohre kosten kaum mehr, bieten aber mehr Flexibilität.

Smart Home bei der Elektroplanung berücksichtigen

Auch wenn Sie heute kein Smart Home möchten, sollten Sie die Verkabelung vorbereiten. Die Nachrüstung ist deutlich aufwändiger als die Erstinstallation.

Grundausstattung für Smart-Home-Ready

  1. Netzwerkkabel (CAT 7) in jeden Raum legen
  2. Tiefere Unterputzdosen für smarte Schalter verwenden
  3. Zentralen Technikschrank mit Stromanschluss einplanen
  4. Neutralleiter an allen Schalterstellen vorsehen

Interessieren Sie sich für intelligente Beleuchtungssteuerung oder smarte Heizungssteuerung? Dann planen Sie entsprechende Anschlüsse ein.

Kosten der Elektroinstallation im Neubau

Die Elektroinstallation macht etwa 3 bis 5 Prozent der Bausumme aus. Bei einem Neubau für 400.000 Euro sind das 12.000 bis 20.000 Euro.

Kostenfaktoren im Überblick

  • Anzahl Steckdosen und Schalter: Pro Stück etwa 30-50 Euro Material plus Einbau
  • Verteiler und Sicherungen: 500-2.000 Euro je nach Größe
  • Netzwerkverkabelung: 1.000-3.000 Euro für komplettes Haus
  • Smart-Home-Vorbereitung: 500-2.000 Euro zusätzlich
  • Außenanlagen: 500-1.500 Euro für Garten und Garage

Holen Sie mehrere Angebote ein. Die Preise können regional stark variieren.

Der Ablauf der Elektroplanung

Eine strukturierte Vorgehensweise spart Zeit und verhindert Fehler:

Schritt 1: Raumplan erstellen

Zeichnen Sie in jeden Raum die geplante Möblierung ein. Überlegen Sie, wo Sie Steckdosen brauchen. Markieren Sie Lampenanschlüsse an der Decke und an den Wänden.

Schritt 2: Geräteliste anlegen

Notieren Sie alle elektrischen Geräte pro Raum. Vergessen Sie nicht Ladegeräte, Router und ähnliche Kleingeräte. Addieren Sie die benötigten Anschlüsse.

Schritt 3: Fachbetrieb beauftragen

Ein Elektriker erstellt den detaillierten Installationsplan. Er berechnet die nötige Absicherung und Leitungsquerschnitte. Die Planung sollte vor Baubeginn abgeschlossen sein.

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Normen und Vorschriften beachten

In Deutschland gelten strenge Vorschriften für Elektroinstallationen. Die wichtigsten Regelwerke sind:

  • DIN 18015: Mindestanforderungen an elektrische Anlagen in Wohngebäuden
  • VDE 0100: Errichtung von Niederspannungsanlagen
  • RAL-RG 678: Ausstattungswerte für elektrische Anlagen

Nur zugelassene Elektrofachbetriebe dürfen die Installation durchführen. Die Abnahme durch den Netzbetreiber ist Pflicht.

Häufige Fragen zur Elektroplanung im Neubau

Wann sollte ich mit der Elektroplanung beginnen?

Starten Sie spätestens in der Entwurfsphase des Hauses. Idealerweise planen Sie parallel zur Grundrissgestaltung. So können Steckdosen optimal positioniert werden.

Kann ich die Elektroinstallation selbst machen?

Nein. Elektroarbeiten dürfen nur von zugelassenen Fachbetrieben ausgeführt werden. Das schreibt das Gesetz vor. Ohne fachgerechte Installation gibt es keine Abnahme durch den Netzbetreiber.

Wie finde ich einen guten Elektriker für den Neubau?

Holen Sie mindestens drei Angebote ein. Achten Sie auf Referenzen und Zertifizierungen. Auf WORK5 finden Sie qualifizierte Elektrobetriebe in Ihrer Region.

Lohnt sich die Vorbereitung für eine Wallbox?

Unbedingt. Die Zuleitung während der Bauphase zu legen kostet nur wenige hundert Euro. Nachrüsten kann mehrere tausend Euro kosten. Die Elektromobilität nimmt weiter zu.

Fazit: Sorgfältige Planung zahlt sich aus

Die Elektroplanung im Neubau verdient besondere Aufmerksamkeit. Fehler oder vergessene Anschlüsse sind später nur teuer zu korrigieren. Planen Sie großzügig und denken Sie an die Zukunft.

Wichtige Punkte zusammengefasst:

  • Mindestens 3 Steckdosen pro Raum, in Küche und Wohnzimmer deutlich mehr
  • Leerrohre für spätere Erweiterungen einplanen
  • Smart-Home-Vorbereitung kostet wenig extra
  • Nur Fachbetriebe beauftragen
→ Nächster Schritt: Stellen Sie jetzt Ihren Elektroinstallations-Auftrag ein und erhalten Sie kostenlos Angebote von Fachbetrieben in Ihrer Nähe!

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