Fassade dämmen – Methoden, Kosten und Förderungen

Fassade dämmen – Methoden, Kosten und Förderungen

Fassade dämmen: WDVS, vorgehängte Fassade oder Kerndämmung? Alle Methoden, Materialien und Kosten im Überblick. Plus: Aktuelle BEG-Förderung und Tipps für Altbau.

8 Min. Lesezeit
WORK5 Agent |

Schnellantwort: Was kostet Fassadendämmung?

Die Kosten für eine Fassadendämmung liegen zwischen 90 und 250 Euro pro Quadratmeter. Der Preis hängt von der gewählten Methode, dem Material und dem Gebäudezustand ab. Mit der BEG-Förderung erhalten Sie bis zu 20 Prozent der Kosten zurück.

WORK5 Quick-Tipps zur Fassadendämmung

  • Energieberater einschalten: Für die BEG-Förderung ist ein zertifizierter Energieberater Pflicht. Er optimiert auch die Dämmstärke.
  • Drei Angebote einholen: Preisunterschiede von bis zu 40 Prozent sind keine Seltenheit.
  • Fördermittel beantragen: Immer vor Baubeginn! Nachträgliche Anträge werden abgelehnt.
  • Gerüstkosten teilen: Bei gleichzeitiger Dachsanierung sparen Sie die doppelte Gerüstmiete.
  • Altbau prüfen: Bei denkmalgeschützten Gebäuden nur Innendämmung oder spezielle Systeme möglich.

Warum sollte ich meine Fassade dämmen?

Über ungedämmte Außenwände verliert ein Haus bis zu 35 Prozent der Heizenergie. Eine fachgerecht ausgeführte Fassadendämmung senkt die Heizkosten spürbar. Gleichzeitig verbessert sich das Raumklima erheblich. Im Winter bleibt es warm, im Sommer angenehm kühl.

Neben der Energieeinsparung steigert eine Dämmung den Immobilienwert. Gebäude mit guter Energieeffizienzklasse erzielen höhere Verkaufspreise. Auch der Wohnkomfort nimmt zu: Kalte Wände und Zugluft gehören der Vergangenheit an.

Die vier wichtigsten Dämmmethoden im Überblick

Wärmedämmverbundsystem (WDVS)

Das WDVS ist die am häufigsten gewählte Methode zur Fassadendämmung. Dabei werden Dämmplatten direkt auf die Außenwand geklebt und verdübelt. Anschließend folgt ein Armierungsputz mit Gewebe. Den Abschluss bildet ein Oberputz mit Farbanstrich.

Nahaufnahme: Handwerker bringt WDVS Dämmplatten an Hausfassade an
Montage von WDVS-Dämmplatten: Die Platten werden verklebt und anschließend verdübelt.

Die Vorteile liegen auf der Hand: relativ günstige Kosten, schnelle Montage und vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Allerdings ist das System empfindlich gegenüber mechanischen Beschädigungen. Die Lebensdauer beträgt bei guter Pflege etwa 40 Jahre.

Kosten: 90 bis 180 Euro pro Quadratmeter inklusive Montage.

Vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF)

Bei der vorgehängten Fassade wird eine Unterkonstruktion an der Außenwand befestigt. Dazwischen liegt die Dämmung. Die äußere Verkleidung besteht aus Platten, Schindeln oder anderen Materialien. Ein Luftspalt ermöglicht die Hinterlüftung.

Moderne vorgehängte hinterlüftete Fassade an einem Wohngebäude
Vorgehängte hinterlüftete Fassade: Modernes Erscheinungsbild mit langer Lebensdauer.

Diese Methode eignet sich besonders für Regionen mit viel Niederschlag. Die Hinterlüftung transportiert Feuchtigkeit zuverlässig ab. Die Gestaltungsvielfalt ist enorm: von Holz über Metall bis zu Faserzement. Die Lebensdauer kann 50 Jahre und mehr betragen.

Kosten: 150 bis 300 Euro pro Quadratmeter inklusive Montage.

Innendämmung

Die Innendämmung kommt zum Einsatz, wenn die Außenfassade nicht verändert werden darf. Das betrifft vor allem denkmalgeschützte Gebäude und Fachwerkhäuser. Die Dämmung wird von innen an der Außenwand angebracht.

Der Nachteil: Der Wohnraum verkleinert sich leicht. Außerdem muss der Fachmann die Dampfbremse sorgfältig planen. Fehler führen zu Schimmelbildung. Die Dämmstärke ist auf maximal 8 bis 10 Zentimeter begrenzt.

Kosten: 60 bis 120 Euro pro Quadratmeter inklusive Montage.

Kerndämmung bei zweischaligem Mauerwerk

Viele Häuser aus den 1950er bis 1980er Jahren besitzen zweischaliges Mauerwerk. Zwischen den Wänden befindet sich ein Hohlraum. Diesen füllt der Fachbetrieb mit Dämmmaterial aus. Das geschieht durch kleine Bohrungen in der Fassade.

Die Kerndämmung ist schnell erledigt und kostengünstig. Die Fassadenoptik bleibt vollständig erhalten. Allerdings ist die Dämmwirkung begrenzt: Der Hohlraum gibt die maximale Dämmstärke vor.

Kosten: 25 bis 60 Euro pro Quadratmeter.

Dämmmaterialien: Von Styropor bis Holzfaser

Verschiedene Dämmmaterialien im Vergleich: Styropor, Mineralwolle, Holzfaser und Kork
Dämmmaterialien im Vergleich: Jedes Material hat spezifische Vor- und Nachteile.

Konventionelle Dämmstoffe

Expandiertes Polystyrol (EPS), umgangssprachlich Styropor genannt, dominiert den Markt. Es bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bei niedrigem Gewicht. Die Wärmeleitfähigkeit liegt bei etwa 0,032 bis 0,040 W/(mK).

Mineralwolle aus Stein- oder Glasfasern punktet beim Brandschutz. Sie erreicht die Brandschutzklasse A1 (nicht brennbar). Mineralwolle eignet sich besonders für höhere Gebäude oder dort, wo strenge Brandschutzauflagen gelten.

Ökologische Alternativen

Holzfaserdämmplatten bestehen aus Holzresten und sind vollständig recycelbar. Sie bieten einen hervorragenden sommerlichen Wärmeschutz. Das bedeutet: Im Sommer heizen sich die Räume weniger stark auf.

Weitere ökologische Optionen sind Zellulose, Hanf und Kork. Diese Materialien sind teurer, überzeugen aber durch Nachhaltigkeit. Für umweltbewusste Bauherren sind sie eine echte Alternative.

Material Wärmeleitfähigkeit Brandschutz Kosten pro m²
EPS (Styropor) 0,032–0,040 B1 (schwer entflammbar) 15–30 €
Mineralwolle 0,032–0,040 A1 (nicht brennbar) 20–40 €
Holzfaser 0,040–0,050 B2 (normal entflammbar) 30–50 €
Zellulose 0,038–0,045 B2 25–35 €

Kosten und Amortisation: Wann rechnet sich die Dämmung?

Konkretes Rechenbeispiel

Ein typisches Einfamilienhaus hat etwa 150 Quadratmeter Fassadenfläche. Bei einem WDVS mit EPS-Dämmung entstehen Kosten von rund 20.000 bis 27.000 Euro. Mit der BEG-Förderung reduziert sich der Eigenanteil auf 16.000 bis 21.600 Euro.

Die jährliche Ersparnis bei Heizkosten beträgt je nach Ausgangszustand 800 bis 1.500 Euro. Die Amortisationszeit liegt damit zwischen 12 und 20 Jahren. Bei steigenden Energiepreisen verkürzt sich dieser Zeitraum weiter.

Häufig vergessene Kostenfaktoren

  • Gerüstkosten: 8 bis 15 Euro pro Quadratmeter Fassadenfläche
  • Fensterbankverlängerung: 30 bis 80 Euro pro laufenden Meter
  • Anpassung von Fallrohren: Pauschal 200 bis 500 Euro
  • Sockelabdichtung: 40 bis 60 Euro pro laufenden Meter
  • Energieberater: 300 bis 800 Euro (förderfähig)

BEG-Förderung und weitere Fördermöglichkeiten

Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Die BEG fördert Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle mit einem Zuschuss von 15 Prozent. Wird ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) umgesetzt, erhöht sich der Zuschuss auf 20 Prozent. Die maximale Fördersumme beträgt 60.000 Euro pro Wohneinheit.

Wichtig: Die Förderung muss vor Beauftragung des Handwerksbetriebs beantragt werden. Ein Energieeffizienz-Experte aus der dena-Expertenliste ist zwingend einzubinden. Er bestätigt die technischen Mindestanforderungen.

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Weitere Fördermöglichkeiten

  • KfW-Ergänzungskredit: Zinsgünstiges Darlehen bis 120.000 Euro pro Wohneinheit
  • Landesförderungen: Zusätzliche Programme je nach Bundesland verfügbar
  • Kommunale Zuschüsse: Viele Städte bieten eigene Förderprogramme

Besonderheiten bei Altbau und Denkmalschutz

Bei denkmalgeschützten Gebäuden gelten strenge Auflagen. Die Fassadenoptik darf meist nicht verändert werden. Hier bleibt oft nur die Innendämmung als Option. Sprechen Sie frühzeitig mit der Denkmalschutzbehörde.

Altbauten ohne Denkmalschutz erfordern eine sorgfältige Bestandsaufnahme. Der Energieberater prüft den vorhandenen Wandaufbau und die Feuchtesituation. Erst dann kann er die richtige Dämmmethode empfehlen.

Fachwerkhäuser benötigen diffusionsoffene Dämmsysteme. Hier arbeiten erfahrene Maler und Fassadenbetriebe mit speziellen Materialien. Fehler bei der Dämmung führen schnell zu Bauschäden.

Den richtigen Fachbetrieb finden

Die Qualität der Ausführung entscheidet über den Erfolg der Dämmmaßnahme. Achten Sie bei der Auswahl auf Referenzen und Zertifizierungen. Ein guter Fachbetrieb berät Sie auch zu Materialien und Fördermöglichkeiten.

Je nach Umfang der Arbeiten kommen verschiedene Gewerke zum Einsatz. Für das WDVS sind Maler und Stuckateure zuständig. Bei vorgehängten Fassaden arbeiten oft Fassadenbauer oder Dachdecker.

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Häufige Fragen zur Fassadendämmung

Wie dick sollte die Dämmung sein?

Für die BEG-Förderung muss der U-Wert der gedämmten Wand maximal 0,20 W/(m²K) betragen. Das entspricht je nach Dämmstoff einer Stärke von 14 bis 20 Zentimetern. Ihr Energieberater berechnet die optimale Dicke.

Kann ich die Fassade selbst dämmen?

Theoretisch ist eine Eigenleistung möglich. Allerdings erlischt dann der Förderanspruch. Außerdem erfordert die fachgerechte Ausführung Erfahrung. Fehler bei der Dämmung können Bauschäden verursachen.

Muss ich eine Baugenehmigung beantragen?

Bei einer reinen Dämmung ohne Änderung der Gebäudekontur ist meist keine Genehmigung nötig. Ausnahme: Grenzabstände könnten unterschritten werden. Klären Sie dies vorab mit dem Bauamt.

Ist Styropor-Dämmung gefährlich?

EPS-Dämmungen mit Brandschutzklasse B1 sind schwer entflammbar. Die Dämmplatten enthalten Flammschutzmittel. Bei korrekter Montage und fachgerechtem Brandriegel im Fensterbereich sind sie sicher.

Das Wichtigste in Kürze

  • Methoden: WDVS ist am günstigsten, vorgehängte Fassade am langlebigsten, Kerndämmung am schnellsten
  • Kosten: Zwischen 25 Euro (Kerndämmung) und 300 Euro (VHF) pro Quadratmeter
  • Förderung: 15 bis 20 Prozent Zuschuss über die BEG – Antrag vor Baubeginn stellen
  • Energieberater: Für Förderung zwingend erforderlich, optimiert die Maßnahme
  • Altbau: Innendämmung oft die einzige Option bei Denkmalschutz
  • Amortisation: Je nach Ausgangszustand nach 12 bis 20 Jahren

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