Heizung optimal einstellen – Wärme sparen im Winter

Heizung optimal einstellen – Wärme sparen im Winter

Heizung richtig einstellen und Heizkosten senken: Raumtemperaturen, Thermostat-Tipps, Nachtabsenkung und hydraulischer Abgleich. Praktische Spartipps für Mieter und Eigentümer.

7 Min. Lesezeit
WORK5 Agent |

Schnellantwort: So stellen Sie die Heizung richtig ein

Die optimale Raumtemperatur liegt bei 20–21 °C im Wohnbereich und 16–18 °C im Schlafzimmer. Thermostat-Stufe 3 entspricht etwa 20 °C. Wichtig: Höhere Stufen heizen nicht schneller, sondern nur länger. Mit der richtigen Einstellung sparen Sie bis zu 10 % Heizkosten pro Grad weniger.

WORK5 Quick-Tipps: Heizkosten senken

  • 6-Prozent-Regel: Jedes Grad weniger spart etwa 6 % Heizkosten – 19 statt 21 °C lohnt sich
  • Stoßlüften: 5 Minuten Fenster weit öffnen statt Kipplüften – spart bis zu 200 € pro Jahr
  • Türen schließen: Halten Sie Türen zwischen unterschiedlich beheizten Räumen geschlossen
  • Heizkörper freihalten: Möbel und Vorhänge vor Heizkörpern kosten bis zu 15 % Effizienz
  • WORK5-Tipp: Heizungsfachbetrieb beauftragen für professionelle Wartung und Einstellung

Welche Raumtemperatur ist optimal?

Nicht jeder Raum benötigt dieselbe Temperatur. Die richtige Einstellung richtet sich nach Nutzung und Aufenthaltsdauer. So sparen Sie Energie, ohne auf Komfort zu verzichten.

Empfohlene Temperaturen nach Raumtyp

Raum Empfohlene Temperatur Thermostat-Stufe
Wohnzimmer 20–21 °C Stufe 3
Kinderzimmer 20–22 °C Stufe 3–3,5
Badezimmer 22–24 °C Stufe 3,5–4
Schlafzimmer 16–18 °C Stufe 2
Küche 18–20 °C Stufe 2,5–3
Flur/Diele 15–16 °C Stufe 1,5–2

Wichtig für Mieter: Die Mindesttemperatur in Wohnräumen muss tagsüber 20 °C erreichen können. Nachts sind 18 °C ausreichend. Unterschreiten Sie diese Werte nicht dauerhaft, um Schimmelbildung zu vermeiden.

Wie funktioniert das Thermostat wirklich?

Viele Menschen glauben, Stufe 5 heizt schneller als Stufe 3. Das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Das Thermostat regelt nur die Zieltemperatur – nicht die Heizgeschwindigkeit.

Die Thermostat-Stufen erklärt

  • Stufe 1: etwa 12 °C (Frostschutz Plus)
  • Stufe 2: etwa 16 °C (Flur, unbewohnte Räume)
  • Stufe 3: etwa 20 °C (Standard für Wohnräume)
  • Stufe 4: etwa 24 °C (Badezimmer)
  • Stufe 5: etwa 28 °C (selten nötig)
  • Schneeflocken-Symbol: Frostschutz bei ca. 6 °C

Der Mythos vom "schneller Heizen"

Das Thermostat ist ein Temperaturregler, kein Gaspedal. Bei Stufe 5 läuft die Heizung genauso wie bei Stufe 3 – nur länger. Der Raum wird nicht schneller warm. Stellen Sie das Thermostat daher immer auf die gewünschte Zieltemperatur ein.

Ein häufiger Fehler: Das Thermostat morgens auf 5 drehen und abends auf 1 stellen. Besser ist eine konstante Einstellung mit moderater Nachtabsenkung.

Was bringt der hydraulische Abgleich?

Der hydraulische Abgleich sorgt dafür, dass alle Heizkörper gleichmäßig warm werden. Ohne Abgleich erhalten nahe am Kessel liegende Räume zu viel Wärme. Entfernte Räume bleiben kalt.

Vorteile des hydraulischen Abgleichs

  • Gleichmäßige Wärmeverteilung in allen Räumen
  • Energieeinsparung von 5–15 % pro Jahr
  • Weniger Strömungsgeräusche in den Heizkörpern
  • Voraussetzung für viele Förderprogramme

Wann ist ein Fachmann erforderlich?

Der hydraulische Abgleich erfordert spezielle Berechnungen und Einstellungen. Ein Heizungsfachbetrieb berechnet die optimale Wassermenge für jeden Heizkörper. Die Kosten liegen zwischen 300 und 1.000 Euro für ein Einfamilienhaus.

Fördertipp: Das BAFA fördert den hydraulischen Abgleich mit 15–20 % der Kosten. Auch eine professionelle Energieberatung kann Ihnen helfen, Fördermittel optimal zu nutzen.

Nachtabsenkung: Sinnvoll oder nicht?

Bei der Nachtabsenkung reduziert die Heizung die Temperatur nachts um 3–5 °C. Das spart Energie – aber nicht immer so viel wie gedacht.

Pro: Wann sich die Nachtabsenkung lohnt

  • In gut gedämmten Häusern mit schneller Aufheizzeit
  • Bei langen Abwesenheitszeiten tagsüber
  • In Räumen, die nachts nicht genutzt werden

Contra: Wann Sie besser darauf verzichten

  • In schlecht gedämmten Altbauten (zu hoher Energieaufwand beim Wiederaufheizen)
  • Bei Fußbodenheizungen (reagieren zu träge)
  • Wenn die Absenkung unter 16 °C geht (Schimmelgefahr)

Empfehlung: Senken Sie die Temperatur nachts um maximal 4 °C ab. Eine Absenkung von 20 auf 16 °C ist sinnvoll. Unter 15 °C sollten Wohnräume nie fallen.

Stoßlüften vs. Kipplüften: Was ist besser?

Richtiges Lüften ist entscheidend für gesundes Raumklima und niedrige Heizkosten. Dauerhaft gekippte Fenster sind Energieverschwender.

Stoßlüften: Die effiziente Methode

  1. Heizung herunterdrehen oder Thermostat auf Frostschutz stellen
  2. Fenster weit öffnen (am besten gegenüberliegende Fenster für Durchzug)
  3. 5 Minuten im Winter, 10–15 Minuten im Frühling/Herbst lüften
  4. Fenster schließen und Heizung wieder hochdrehen

Kipplüften: Die teure Gewohnheit

Ein gekipptes Fenster tauscht die Luft nur langsam aus. Die Wände kühlen dabei stark ab. Das kostet bis zu 200 Euro Heizkosten pro Heizsaison – pro Fenster. Vermeiden Sie Kipplüften konsequent.

Urlaub und längere Abwesenheit

Auch im Urlaub sollten Sie die Heizung nicht komplett abschalten. Kalte Wände brauchen viel Energie zum Wiederaufheizen. Zudem droht Frostgefahr bei Wasserrohren.

Die richtige Urlaubseinstellung

  • Kurzurlaub (3–7 Tage): Temperatur auf 15–16 °C senken
  • Längerer Urlaub (über 1 Woche): Frostschutzstellung nutzen (ca. 6–8 °C)
  • Winterurlaub: Wasserleitungen entleeren oder Mindesttemperatur von 12 °C halten

Smart Thermostate: Die komfortable Lösung

Smarte Thermostate ermöglichen die Steuerung per App. Sie können die Heizung vor der Rückkehr hochfahren. Viele Modelle erkennen offene Fenster automatisch und pausieren die Heizung.

Vorteile smarter Thermostate:

  • Fernsteuerung per Smartphone
  • Automatische Zeitprogramme
  • Offene-Fenster-Erkennung
  • Lernfähige Algorithmen für optimales Heizen
  • Einsparungen von 10–30 % möglich

Die Installation ist bei vielen Modellen einfach. Für eine professionelle Heizungssteuerung oder komplexere Systeme empfiehlt sich ein Fachbetrieb.

Typische Fehler beim Heizen vermeiden

Viele Haushalte verschwenden unbewusst Energie. Diese häufigen Fehler sollten Sie kennen und vermeiden:

  1. Heizkörper zustellen: Möbel und Vorhänge blockieren die Wärmeabgabe
  2. Thermostat voll aufdrehen: Heizt nicht schneller, nur teurer
  3. Dauerkippen: Wände kühlen aus, Schimmelgefahr steigt
  4. Alle Räume gleich heizen: Flur und Schlafzimmer brauchen weniger Wärme
  5. Heizung im Urlaub ausschalten: Frostschäden und hohe Aufheizkosten drohen
  6. Entlüftung vergessen: Luft im System mindert die Heizleistung

Häufige Fragen zum Heizung einstellen

Wie viel spart ein Grad weniger Raumtemperatur?

Jedes Grad weniger spart etwa 6 % Heizkosten. Bei 1.500 Euro Jahreskosten sparen Sie mit 19 statt 20 °C rund 90 Euro pro Jahr.

Sollte ich die Heizung nachts ganz ausschalten?

Nein, das komplette Ausschalten ist ineffizient. Die Wände kühlen zu stark aus. Eine moderate Absenkung um 3–4 °C ist sinnvoller und schützt vor Schimmel.

Wann muss ich den Heizkörper entlüften?

Wenn der Heizkörper oben kalt bleibt oder gluckernde Geräusche macht. Entlüften Sie zu Beginn jeder Heizsaison vorbeugend alle Heizkörper.

Lohnen sich smarte Thermostate wirklich?

Bei konsequenter Nutzung sparen Sie 10–30 % Heizkosten. Die Investition von 50–150 Euro pro Thermostat amortisiert sich oft innerhalb von zwei Heizperioden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Richtige Temperatur: 20 °C im Wohnbereich, 16–18 °C im Schlafzimmer
  • Thermostat verstehen: Stufe 3 entspricht 20 °C – höhere Stufen heizen nicht schneller
  • Stoßlüften: 5 Minuten Fenster weit öffnen statt Dauerkippen
  • Nachtabsenkung: Maximal 4 °C absenken, nie unter 15 °C
  • Hydraulischer Abgleich: Spart 5–15 % und wird gefördert
  • Smart Thermostate: Komfortable Steuerung mit 10–30 % Einsparpotenzial

Professionelle Unterstützung finden

Für die optimale Heizungseinstellung, den hydraulischen Abgleich oder die Installation smarter Thermostate lohnt sich professionelle Hilfe. Ein Fachbetrieb findet die idealen Einstellungen für Ihr Zuhause.

Jetzt Heizungsauftrag einstellen und kostenlos Angebote von qualifizierten Fachbetrieben in Ihrer Region erhalten.

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