Wasserschaden im Haus – Sofortmaßnahmen & Ratgeber |
Was tun bei Wasserschaden? Sofortmaßnahmen-Checkliste, Versicherungstipps, Trocknungsverfahren und wann Sie welche Fachleute brauchen. Jetzt handeln!
Schnellantwort: Was tun bei einem Wasserschaden?
Handeln Sie in den ersten 30 Minuten: Strom abschalten, Hauptwasserhahn zudrehen und stehendes Wasser entfernen. Dokumentieren Sie alles mit Fotos für die Versicherung. Anschließend rufen Sie einen Sanitär-Fachbetrieb zur Leckortung. Je schneller Sie reagieren, desto geringer der Schaden.
Inhaltsverzeichnis
WORK5 Quick-Tipps bei Wasserschaden
- Sicherung raus: Schalten Sie den Strom im betroffenen Bereich sofort ab – Lebensgefahr!
- Dokumentation: Fotografieren Sie jeden Schaden bevor Sie aufräumen – die Versicherung braucht Beweise
- Schnell handeln: Innerhalb von 24-48 Stunden beginnt Schimmelbildung in feuchten Wänden
- Profis holen: Bautrocknungs-Auftrag einstellen und mehrere Angebote vergleichen
- Versicherung: Melden Sie den Schaden innerhalb von 3 Tagen – sonst riskieren Sie Leistungskürzungen
Die ersten 30 Minuten: Sofortmaßnahmen-Checkliste
Bei einem Wasserschaden zählt jede Minute. Die folgenden Schritte sollten Sie in der richtigen Reihenfolge abarbeiten. Bewahren Sie Ruhe und handeln Sie systematisch.
Schritt 1: Stromversorgung unterbrechen
Wasser und Strom sind eine tödliche Kombination. Gehen Sie zur Sicherungsbox und schalten Sie die Sicherungen für den betroffenen Bereich aus. Im Zweifel den Hauptschalter umlegen. Betreten Sie überflutete Räume niemals bei eingeschaltetem Strom.
Schritt 2: Wasserquelle stoppen
Drehen Sie den Hauptwasserhahn zu. Dieser befindet sich meist im Keller oder Hausanschlussraum. Bei einem Rohrbruch in der Wohnung hilft auch das Absperrventil unter der Spüle oder am WC. Läuft das Wasser von oben ein? Informieren Sie sofort die Nachbarn.
Schritt 3: Stehendes Wasser entfernen
Nutzen Sie Eimer, Lappen und einen Nasssauger. Bei größeren Wassermengen hilft die Feuerwehr. Diese rückt bei Notfällen kostenlos aus. Entfernen Sie das Wasser so schnell wie möglich – jede Stunde erhöht das Schadensausmaß.
Schritt 4: Wertgegenstände in Sicherheit bringen
Heben Sie Möbel auf Stützen oder bringen Sie sie in trockene Räume. Elektronik, Dokumente und Textilien sollten Sie sofort aus der Gefahrenzone entfernen. Nasse Teppiche können Sie zusammenrollen und nach draußen bringen.
Dokumentation für die Versicherung richtig erstellen
Die Versicherung erstattet nur nachgewiesene Schäden. Eine lückenlose Dokumentation ist daher entscheidend. Beginnen Sie damit noch bevor Sie aufräumen.
Was Sie fotografieren sollten
Machen Sie Fotos aus verschiedenen Winkeln. Halten Sie folgende Punkte fest:
- Übersichtsaufnahmen des gesamten betroffenen Bereichs
- Detailaufnahmen von Wasserschäden an Wänden, Böden und Decken
- Beschädigte Möbel und Gegenstände mit sichtbaren Schäden
- Die vermutete Schadensquelle (Rohr, Waschmaschine, etc.)
- Wasserstandsmarken an Wänden oder Möbeln
Das Schadenprotokoll anlegen
Notieren Sie Datum und Uhrzeit der Schadensentdeckung. Listen Sie alle beschädigten Gegenstände auf. Bewahren Sie Kaufbelege oder schätzen Sie den Zeitwert. Die Versicherung verlangt oft eine detaillierte Aufstellung mit ungefähren Werten.
Fristen bei der Versicherungsmeldung
Melden Sie den Schaden innerhalb von drei Tagen bei Ihrer Versicherung. Bei der Hausratversicherung ist die Frist oft sogar kürzer. Verspätete Meldungen können zu Leistungskürzungen führen. Ein Anruf bei der Hotline reicht zunächst aus.
Welche Fachleute brauchen Sie bei einem Wasserschaden?
Je nach Schadensart benötigen Sie unterschiedliche Experten. Oft arbeiten diese Hand in Hand an Ihrem Projekt.
Sanitär-Fachbetrieb für die Leckortung
Der Sanitär-Experte findet die Ursache des Wasserschadens. Mit speziellen Geräten ortet er undichte Stellen in Rohren. Anschließend repariert er die defekte Leitung. Die Kosten liegen zwischen 80 und 200 Euro für die Leckortung.
Bautrocknungsfirma für die Entfeuchtung
Professionelle Bautrocknungsbetriebe sorgen für eine kontrollierte Trocknung. Sie messen die Feuchtigkeit in Wänden und Böden. Dann stellen sie Trocknungsgeräte auf und überwachen den Fortschritt. Ohne professionelle Trocknung droht Schimmelbildung.
Sanierungsfirma für die Wiederherstellung
Nach der Trocknung beginnt die Sanierung. Beschädigte Wände müssen neu verputzt werden. Bodenbeläge und Tapeten sind oft komplett zu erneuern. Eine Sanierungsfirma koordiniert alle notwendigen Gewerke.
Trocknungsverfahren im Überblick
Die richtige Trocknungsmethode hängt vom Schadensausmaß ab. Fachbetriebe wählen das passende Verfahren basierend auf Feuchtigkeitsmessungen.
Kondensationstrockner für Standard-Situationen
Diese Geräte entziehen der Raumluft Feuchtigkeit. Sie funktionieren wie ein Luftentfeuchter, nur leistungsstärker. Kondensationstrockner eignen sich für Räume mit normaler Temperatur. Die Trocknungszeit beträgt meist 2-4 Wochen.
Adsorptionstrockner für hartnäckige Fälle
Bei starker Durchfeuchtung oder kalten Räumen kommen Adsorptionstrockner zum Einsatz. Sie arbeiten auch bei niedrigen Temperaturen effektiv. Das Verfahren ist intensiver und eignet sich für Estrich oder massive Wände.
Infrarot-Trocknung für punktuelle Schäden
Infrarotstrahler erwärmen feuchte Wände von innen nach außen. Die Feuchtigkeit wird regelrecht herausgetrieben. Diese Methode ist schonend und verursacht keine Risse im Putz. Sie eignet sich besonders für denkmalgeschützte Gebäude.
Überdruck- und Unterdruckverfahren
Bei Hohlräumen in Wänden oder unter Estrich nutzen Profis Über- oder Unterdruckverfahren. Trockene Luft wird in die Hohlräume gepresst oder feuchte Luft abgesaugt. So erreicht die Trocknung auch versteckte Stellen.
Kosten und Zeitrahmen für die Wasserschadensanierung
Die Kosten hängen stark vom Schadensausmaß ab. Hier finden Sie realistische Richtwerte für Deutschland.
Typische Kostenaufstellung
| Leistung | Kosten | Zeitrahmen |
|---|---|---|
| Leckortung | 80 – 200 € | 1-2 Stunden |
| Rohrbruch-Reparatur | 150 – 500 € | 2-4 Stunden |
| Bautrocknung (pro Tag) | 15 – 50 € je Gerät | 2-6 Wochen |
| Schimmelsanierung | 500 – 3.000 € | 1-3 Tage |
| Malerarbeiten nach Trocknung | 25 – 40 €/m² | 1-3 Tage |
| Estrichsanierung | 50 – 100 €/m² | 3-7 Tage |
Wer trägt die Kosten?
Bei einem Leitungswasserschaden zahlt in der Regel die Wohngebäudeversicherung. Diese deckt Schäden am Gebäude selbst. Für beschädigte Möbel und Einrichtung ist die Hausratversicherung zuständig. Verursacht ein Nachbar den Schaden, greift dessen Haftpflichtversicherung.
Folgeschäden bei falscher Behandlung vermeiden
Ein schlecht sanierter Wasserschaden kann jahrelange Probleme verursachen. Diese Risiken sollten Sie kennen.
Schimmelbildung – die größte Gefahr
Schimmel beginnt bereits nach 24-48 Stunden zu wachsen. Er versteckt sich oft hinter Tapeten oder unter Bodenbelägen. Einmal etabliert, breitet er sich schnell aus. Die Gesundheitsrisiken reichen von Allergien bis zu Atemwegserkrankungen.
Strukturelle Schäden am Gebäude
Dauerhaft feuchte Wände verlieren ihre Tragfähigkeit. Holzbalken können faulen und instabil werden. Im schlimmsten Fall sind tragende Elemente betroffen. Eine professionelle Trocknung verhindert solche Langzeitschäden.
Wärmedämmung beschädigt
Nasse Dämmung verliert ihre isolierende Wirkung. Die Heizkosten steigen spürbar an. Oft muss die komplette Dämmschicht erneuert werden. Dies ist besonders bei Fußbodenheizungen ein teures Problem.
Wann Eigenleistung sinnvoll ist
Nicht jeder Wasserschaden erfordert sofort den Profi. Bei kleinen Schäden können Sie selbst aktiv werden.
Diese Aufgaben können Sie selbst übernehmen
- Stehendes Wasser mit Lappen und Eimern aufnehmen
- Möbel aus dem Gefahrenbereich tragen
- Räume durchlüften und Heizung aufdrehen
- Lose Tapeten entfernen (nach Rücksprache mit Versicherung)
- Schmutz und Schlamm entfernen
Wann Sie unbedingt Profis rufen sollten
- Bei mehr als 10 Litern Wassereintritt
- Wenn Wände oder Decken betroffen sind
- Bei unklarer Schadensquelle
- Wenn der Schaden mehrere Räume betrifft
- Bei Verdacht auf Schimmelbildung
- Wenn Estrich durchfeuchtet ist
Häufige Fragen zum Wasserschaden
Wie lange dauert eine professionelle Bautrocknung?
Die Trocknungszeit beträgt in der Regel 2-6 Wochen. Bei einem leichten Schaden reichen oft 2 Wochen aus. Stark durchfeuchtete Estriche oder massive Wände benötigen bis zu 6 Wochen. Der Fachmann misst regelmäßig die Restfeuchtigkeit und entscheidet wann die Trocknung abgeschlossen ist.
Zahlt meine Versicherung den Wasserschaden?
Das hängt von der Schadensursache ab. Leitungswasserschäden deckt die Wohngebäudeversicherung. Überschwemmungsschäden erfordern eine Elementarversicherung. Selbst verschuldete Schäden durch offene Wasserhähne sind oft nicht versichert. Prüfen Sie Ihre Police oder fragen Sie direkt bei Ihrer Versicherung nach.
Kann ich nach einem Wasserschaden noch in der Wohnung bleiben?
Das kommt auf das Ausmaß an. Während der Bautrocknung läuft dauerhaft ein Gerät. Der Lärmpegel ist vergleichbar mit einem Kühlschrank. Bei Schimmelbefall oder großflächigen Schäden sollten Sie vorübergehend ausziehen. Die Versicherung übernimmt dann oft Hotelkosten.
Wie erkenne ich versteckten Schimmel nach einem Wasserschaden?
Achten Sie auf muffigen Geruch in den betroffenen Räumen. Verfärbungen an Wänden oder Decken sind ein Warnsignal. Auch Tapeten die sich wölben deuten auf Feuchtigkeit hin. Im Zweifel lässt ein Sachverständiger Materialproben im Labor untersuchen.
Was kostet ein Gutachter für Wasserschäden?
Ein Gutachter berechnet zwischen 300 und 800 Euro für eine Schadensbewertung. Bei größeren Schäden oder Rechtsstreitigkeiten können die Kosten höher ausfallen. Die Versicherung beauftragt oft selbst einen Gutachter. Dessen Kosten trägt dann die Versicherung.
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